Grischbal (Eine halbe Portion. Wie der kleine Kaulitz, der grad meint, er muss schlau übers Internet daherreden. Des Grischbal.)
Christkindlmarktbesuch mit Kater*
Noch bevor der Wiener Platz mit seinen Adventsmarktstandln ins Sichtfeld rückt, schlägt mir ein Mischmasch von Gerüchen entgegen – und direkt in die Magengrube.
Ein Christkindlmarktbesuch mit Kater ist wie ein Metzgereibesuch für einen Vegetarier: er ruft das exakte Gegenteil der erhofften Reaktion hervor – die komplette Konsumverweigerung.
Glühwein, Fettiges und Zuckriges vermischen sich in der Luft mit den feilgebotenen Wellness-Seifen und Räucherstäbchen. Letztere gehören spätestens seit der Erfindung des Winter-Tollwood zu den typischen Christkindlmarkt-Gerüchen und verursachen heute auch nicht wesentlich mehr Kopfweh als an jedem anderen Tag. Doch auch das sonst so erfolgreiche Christkindlmarkt-Duftmarketing verfehlt heute seine Wirkung. Sündhaft leckere Süßspeisen sind nichts für meinen flauen Magen. Der vermeintlich einladend duftende Glühwein weckt Erinnerungen an den letzten Schnaps, den ich gestern nicht hätte trinken sollen.
Daran, wie ein heißer Sprizz mir jetzt bekommen würde, mag ich gar nicht denken. Schnell weg von den Verpflegungs- hin zu den Verkaufsständen.
Sämtliche Stände mit Lavendelkissen, Duftkerzen und Aromaölen zu umgehen, grenzt an Hochleistungssport, aber der olfaktorische Slalom führt mich auch an Stände, wo Weihnachtsgeschenke nach nichts riechen. In diesem Jahr schenkt der Haidhauser offenbar Wertarbeit: glattpolierte Edelholz-Bretter, kuschlig weiche Lammfell-Schuhe, handgenähte, liebevoll bestickte… oh je, Lavendelkissen!
Ich komme ein andermal wider – ohne Kater.
*eine kleine Fingerübung aus dem VHS-Seminar “journalistisches Schreiben”, das ich übrigens wärmstens empfehlen kann.
Radl-Parkplatz Fail
Ich betrachte es als karmische Rache, dass dieses Fahrrad, das den ganzen Sommer über einen der wenigen guten Parkplätze vor dem Büro blockiert hat und nie bewegt wurde, so von dieser Baustelle eingemauert wurde. Ich hoffe sehr, dass der Besitzer genau in dieser Woche beschließt, sein Radl jetzt aber endlich mal abzuholen und für den Winter in den Fahrradkeller zu bringen.
Schöne Bayrische Worte
griabig (Gemütlich – wie’s halt hier so is, solang man heut nicht zum Fenster rausschaut)
Morgens, halb Zehn in Deutschland
Ein Tag, der schon auf dem Weg zur Arbeit mit einem “arischen Golf” beginnt, kann ja gar nicht mehr schlechter werden.
Volkswagen *seufz*
Irland im Herbst
Weil alle denken, dass das Wetter in Irland immer schlecht ist, ist das Wetter in Irland immer besser, als alle denken. Außerdem ist es auch ziemlich oft schöner als in München.
Dieses Foto und dieses Video wurden Ende Oktober beim Cork Jazz Festival gemacht, bei 15°, strahlendem Sonnenschein, und einem spontanen Live-Konzert der May Day Jazzband auf der Grand Parade in Cork, wo wir gerade unseren Frühstücks-Kaffe bestellt hatten. In München waren zur selben Zeit 8° und Nieselregen.
Im Wiesn-Fundbüro
Man hört und liest jedes Jahr wieder die “Was die Leute auf der Wiesn alles verlieren” Kopfschüttel-Geschichten: Unterwäsche, Zahn- und Beinprothesen, ja sogar Rollstühle und Krücken sollen schon im Wiesn-Fundbüro abgegeben worden sein.
Dieses Jahr hab ich das Wiesn-Fundbüro zum ersten Mal selbst besucht. Wenig erfreulich: mein verlorener Fahrradschlüssel ist nicht im Wiesn-Fundbüro aufgetaucht. Sehr erfreulich: im Wiesn-Fundbüro geht es genau so zu, wie man es sich vorstellt…
Was betrunkene Menschen auf dem Oktoberfest halt so verlieren: Blasinstrumente, Tennisschläger und Fußbälle zum Beispiel. Ich bin mir zwar sicher, dass das hier gezeigte Stillleben zur allgemeinen Erheiterung der Kundschaft arrangiert wurde, aber das sind garantiert nicht die absurdesten Fundsachen, die das Wiesn-Fundbüro je gesehen hat.
Wer auf dem Oktoberfest etwas verloren hat, kann übrigens noch bin zum 8.10.2010 das Wiesn-Fundbüro besuchen (hinterm Schottenhamel-Zelt, falls das noch steht), danach wandern alle Fundsachen ins normale Fundbüro in der Oetztalstraße.
Wiesn-Highlight
Mein persönliches Wiesn-Highlight, jedes Jahr wieder: die schwachsinnigen Verkleidungen der Damen im Käfer-Zelt, die voller Hoffnung auf eine Wiesn-Bekanntschaft mit einem Fußballprofi Outfits ausführen, die sich am besten mit einem leicht abgewandelten Film-Zitat* beschreiben lassen:
Wiesn-Zeit sind zwei Wochen im Jahr, in denen Mädels sich anziehen können wie komplette Schlampen und die anderen Mädels können nicht darüber lästern.
…können sie aber doch. Sieht nämlich so gut wie immer scheiße aus. Ein typisches Beispiel:
Das Beste an dem Bild: die Herzen sind nicht Photoshop, sondern kleben außen am Käfer-Zelt. Beweisführung abgeschlossen.
*aus Mean Girls








