Hauptbahnhofundhopp

Ich danke Gott, der Academy und meiner Urgroßmutter mütterlicherseits…

…dass ich mir die Oscar-Verleihung von der Couch anschauen und von dort aus über die Leute auf dem roten Teppich lästern kann!

Meine-Oscar-Ansprache Ich halte die Oscar-Verleihung weder für einen zuverlässigen Indikator für sehenswerte Filme, noch für eine per se unterhaltsame Veranstaltung, ABER Oscar-Trinkspiele, wahllose Oscar-Siegerwetten und Lästern-über-Leute-die-Stylisten-dafür-bezahlt-haben-sie-beschissen-anzuziehen sind unschlagbares Entertainment.

Tradition ist außerdem Tradition, also werden wir uns wie jedes Jahr die Nacht um die Ohren schlagen. Wenn Ihr ähnlich masochistisch veranlagt seid, hier die Anleitung zum Mitmachen:

Das mit dem Lästern kriegt Ihr wahrscheinlich gut alleine hin, aber zur Inspiration hier nochmal die schlimmsten Oscar-Outfits (die Schlimmsten = die Besten/Björk rulez!).
Nach dem Scharchfest letztes Jahr, wo fast jede Schauspielerin eine lange rote oder schwarzzzzzzzzzzzz… – sorry, auf der Tastatur eingenickt. Lange Rede, kurzer Sinn – sogar die Oscar-Fauspax (sic! Vanity Fair, kein Wunder dass Du eingestellt wurdest, meine Güte!) waren 2008 langweilig. Dieses Jahr verspricht wesentlich interessanter zu werden, schon durch die Anwesenheit von M.I.A., die man fast als Björks würdige Erbin bezeichnen könnte.

Oscar-Gewinner-Wetten nach der Qualität der Filme abschließen? Kannst vergessen! Um akkurate Vorhersagen treffen zu können, muss man einiges einkalkulieren:
den Sympathiefaktor (Mickey Rourkes Wiederauferstehung), Mitleidsfaktor (Heath Ledgers Tod), den Zu-Oft-Übergangen-Faktor (Kate Winslet wär jetzt langsam mal dran) und die Tatsache, dass kein Mitglied der Academy je alle Filme sieht und in einigen Kategorien viele ihre Wahl würfeln dürften.
Alternativ kann man auch komplett wahllos tippen oder mit schwachsinnigen Methoden wie Facebook-Popularität. Die Tipps werden dann beim Oscar-Trinkspiel wieder relevant.

Oscar-Trinkspiele gibt es so viele, wie die Oscarnacht Längen hat (also sehr viele). Bei der harmlosesten Variante trinkt man für jede Kategorie, in der man beim Oscar-Gewinner-Wetten daneben getippt hat. Komplexer wird’s, wenn man zum Beispiel jedes Mal trinkt…

…wenn Hugh Jackman sexy aussieht
…wenn Hugh Jackman weniger lustig ist als Jon Stewart
…wenn jemand Gott dankt
…wenn jemand der Academy dankt
…wenn jemand seinen Eltern dankt
…wenn jemand seinem Partner dankt
…wenn eine Schauspielerin heult
…wenn M.I.A. auf der Bühne die Wehen kriegt
…wenn jemand etwas Positives über Obama sagt (früher: negative Kommentare über Bush/den Irak-Krieg)
…wenn jemand auf der Treppe stolpert
…wenn ein Gouverneur Schwarzenegger-Witz gemacht wird
…wenn ein Gewinner vom Orchester unterbrochen wird
…wenn ein Schauspieler die Oscar-Überreicherin oder eine der Oscar-Feen (analog zu Lotto-Fee?) küsst
…wenn Mickey Rourke seinen Hunden dankt/weint
…wenn ein Amerikaner Schwierigkeiten hat, einen ausländischen Namen auszusprechen
…wenn ein Verlierer beim guter-Verlierer-sein übersteuert

Wenn man allerdings bis zum Schluss durchhalten will, empfiehlt es sich, die Kategorien, bei denen getrunken wird, einzuschränken oder jedem Spieler 2-3 Kategorien zuzuweisen, bei denen nur er trinken muss.
Alkohol kann natürlich auch mit anderen Getränken oder Essen ersetzt werden.

Wer webzwonullige Tendenzen hat, kann parallel Oscar-Liveblogs verfolgen. Für abfällige Kommentare über Hollywood, seine Stars und die Qualität der Filme Videogum, für bösartige Oscar-Mode-Verrisse Jezebel und Gofugyourself und für total irrelevante Oscar-Beobachtungen Kottke. Den Pro7-Oscar-Blog sollte man dagegen meiden wie die Pest – der ist mindestens genauso fremdschämig wie Steven Gätjens Promi-Schnitzeljagd auf dem roten Teppich.

    Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *