Hauptbahnhofundhopp

Owen Pallett nimmt uns mit auf eine Reise

Wenn wir uns ein Lied wünschen wollen, dann sollen wir ihm nicht den Song-Titel nennen, sondern ihm sagen, an welchen Ort wir mit der Musik reisen wollen. Er bringt uns dann hin, verspricht Owen Pallett. Dabei hat er uns schon auf eine Reise geschickt: nach Dachau (laut Owen ein Ort, dessen Name „sounds like a fish“) in die Friedenskirche.

Der lange Weg nach Dachau war bisher immer Grund genug, die Anreise zu den Konzerten, die in der Friedenskirche stattfinden, zu scheuen, aber für Owen Pallett machen wir mal eine Ausnahme (der frühere Final Fantasy Frontmann tritt inzwischen glücklicherweise unter seinem eigenen Namen auf, was mir in Zukunft so manche Unterhaltung ersparen wird, bei dem mein Gesprächspartner denkt, ich rede vom Computerspiel oder vom deutschen Trance-Act gleichen Namens).

Dass Konzert ist mindestens so virtuos und faszinierend wie sein letztes in München, wobei wir uns nicht einig wurden, ob die sakrale Atmosphäre in der Friedenskirche nicht ein wenig zu gut zum leicht pathetischen Sound passt. Beim letzten München-Konzert lieferte die Kellerstimmung in der Roten Sonne einen interessanten Kontrast zur Pop-Oper, vor der grandiosen Kirchen-Kulisse wurde sie fast ins Lächerliche überhöht.

Zum Glück liefert Owen Pallett die ironische Brechung immer wieder selbst und insgesamt ein ganz wunderbares Konzert, mit dieser schönen Zugabe.

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