Irische Zwitterwesen #2: Postanksupermarktelegrafenamt

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Irische Zwitterwesen #1: Seetangbaum

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Irisches Wetter in München

So sah es die letzten zwei Wochen aus, als ich in Irland war:

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…und so sah es aus, als ich nach zwei Wochen wieder in München ankam: Read more…

Patrick Wolf live at Club Koko, London*

Patrick Wolf schreibt Melodien, die ihre Eingängigkeit erst offenbaren, wenn sie hier, in einem brechend vollen, stickigen Club in Camden, von mehreren hundert unbekümmerten Fankids mitgeschmettert werden.

Auf der Bühne zeigt sich überhaupt erst, dass die augetüftelten Songs geschmettert werden können. Spätestens dieser Auftritt stellt klar, dass der Indie-Darling jetzt auch in Pop macht. Das fängt schon beim schnödesten Werkzeug der Bühnenshow an: ein Headset hält ein kleines schwarzes Mikro in Richtung Mundwinkel, auf dass der Künstler seine Hände frei habe für den vollen Körpereinsatz, den eine gute Popshow verlangt. Denn Patrick Wolf wird die geballten Fäuste in die schwüle Luft stoßen, sich das Hemd vom Leib und die Perücke vom Kopf reissen, sich auf die Knie werfen und auch sonst mehr Ausdruckstanz als Affektiertheit darbieten. Da würde ein Mikro in der Hand nur stören.

Sobald die Leder-Feder-Pailletten-und-Perücken-geschmückte Popdiva die Bühne betritt, ist dann auch keine Geste zu groß, keine Intonation zu pathetisch, keine Choreographie zu  gekünstelt. Die Show ist groß. Die Bühne ist klein. Das Publikum reagiert zuerst verhalten. Read more…

Zürich, da wo Dada ist

Bei meinem letzten Zürich-Besuch stellte ich verzückt fest, dass der legendäre dadaistische Sündenpfuhl Cabaret Voltaire wieder eröffnet wurde.

- stellte fest, weil diese Tatsache mir unbekannt war, bis ich direkt davor stand
- verzückt, weil Dada eines meiner Magisterprüfungsthemen war und auch sonst Spaß macht (von hinten wie von vorne)
- legendär weil… HATTEST DU KEINEN DEUTSCH-GRUNDKURS? (ich auch nicht, war natürlich im LK)
- Sündenpfuhl, weil ich mir das halt so vorstell, so dekadent und avantgardistisch und wild
- wieder eröffnet, weil das Cabaret Voltaire genau da schon mal war und jetzt wieder da ist

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Patrick Wolf Live und in Leder

Ich hab mit meiner großen Klappe einen Patrick Wolf-Konzertbericht versprochen. Das Konzert haben andere jetzt schon ausführlichst (und sehr gut) besprochen, aber mein Senf darf natürlich nicht fehlen.

Es war wie bei jedem Patrick Wolf-Konzert. Erstmal weiß man nicht, was einen erwartet, weil er sich bei jedem Album und jedem Live-Programm neu erfindet. Diesmal stand die Club Kid/S&M/Gareth Pugh-Schlampe Patrick auf der Bühne. Der Vollblutkünstler macht natürlich keine halben Sachen,weswegen keine Geste zu groß, keine Intonation zu pathetisch sein kann.

Meistens ist man von dieser Theatralik des Hyper-Camp erstmal peinlich berührt. Nur so ein bisschen. Aber der Inbrunst des Vortrags kann sich keiner entziehen und am Ende kreischen auch die harten Indie-Jungs. die am Anfang noch amüsiert gelächelt haben. Read more…

So früh ist da schon Frühling

Nach so viel Patrick Wolf-Hype sollte ich wohl auch über das Konzert schreiben. Aber dazu später. Erstmal eine London-Kurzzusammenfassung:

- in London war schon Frühling, als Ihr hier noch im Regen-Schnee-Schneeregen-Hagel-Graupel gefroren habt.

- Die Sonne brachte Penisse auf der Westminster Bridge zum Vorschein.

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- Dalli Dalli, auf in die Tate Modern!

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- Da gibt’s nicht nur ganz viel Kunst, sondern auch eine riesige Eingangsrampe, die sich vortrefflich als Kinderspielplatz zweckentfremden lässt.

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- South Bank hat einen Graffiti-Park, da wird der Schlachthof ganz blass vor Neid. Read more…

Mein liebster imaginärer Boyfriend aus rosa glitzernden Wattebällchen

Manchmal hat unsereins die Schauze voll von Münchner Sauberkeit. Da ist dann nicht mal das Bahnhofsviertel abgefuckt genug und ich flüchte in meine Zweitlieblingsstadt, Drittlieblingsstadt, oder – wie kommendes Wochenende – in meine Viertlieblingsstadt.

In London besuch ich viele liebe Freunde und fast genauso viele schöne Konzerte. Am allerschönsten wird wie immer das Konzert von Patrick Wolf, der schicksalhafterweise immer da spielt, wo ich grad bin (München, New York, London – vorausschauendes Stalking??)

Patrick Wolf ist einer dieser Künstler, den manche mit einem Schulterzucken abtun und den andere ab dem ersten Ton abgöttisch lieben. Einer dieser Musiker, von dem man sich einerseits wünscht, dass er die größte Stadionkarriere macht und in die Heavy Rotation auf Antenne Bayern kommt, den man aber gleichzeitig ganz für sich allein behalten will.

Die Bühne beherrscht er entweder ganz allein mit seiner Präsenz, seinen Kostümwechseln und x verschiedenen, selbst gespielten Instrumenten, oder er überlässt das Musizieren einer Band und hüpft wie ein extrem gut gekleideter hyperaktiver Hüpfball umher und lebt seine vor Pathos strotzenden Songs mit melodramatischer Inbrunst. Und weil er so schnucklig ist will ich eines Tages mit ihm und seinem Pferd und seiner Ukulele in einem Haus in Cornwall leben. Bis dahin muss ich mich mit seinem total verplanten “Tagebuch” begnügen.

…und damit, dass ich mich über Bandstocks an seinem neuen Album beteiligen kann. Über eine eigens eingerichtete Website können jetzt auch europäische Fans Anteile am nächsten Album erwerben und werden dann am Gewinn beteiligt. Eine bessere Geldanlage als Lehman Brothers ist es allemal und auch wenn Patrick sich mit meinen zehn Pfund nur einen neuen Pailetten-Overall kauft, bin ich schon glücklich.

Außerdem bekommen die Investoren natürlich allerlei Schmankerl, wie das digitale Album als Download, die Möglichkeit, eine signierte Sonderedition zu erwerben, ein shout-out auf der Website und der CD und Einladungen zu special events und Konzerten. Aktien können eben doch was schönes sein, trotz Wirtschaftskrise!

Ich danke Gott, der Academy und meiner Urgroßmutter mütterlicherseits…

…dass ich mir die Oscar-Verleihung von der Couch anschauen und von dort aus über die Leute auf dem roten Teppich lästern kann!

Meine-Oscar-Ansprache Ich halte die Oscar-Verleihung weder für einen zuverlässigen Indikator für sehenswerte Filme, noch für eine per se unterhaltsame Veranstaltung, ABER Oscar-Trinkspiele, wahllose Oscar-Siegerwetten und Lästern-über-Leute-die-Stylisten-dafür-bezahlt-haben-sie-beschissen-anzuziehen sind unschlagbares Entertainment.

Tradition ist außerdem Tradition, also werden wir uns wie jedes Jahr die Nacht um die Ohren schlagen. Wenn Ihr ähnlich masochistisch veranlagt seid, hier die Anleitung zum Mitmachen: Read more…

Fick das System…

fick-das-system…indem Du mit dem Neuwagen zum Saturn fährst und auf dem Behindertenparkplatz parkst. Das nenn ich mal Systemkritik!