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Fesch samma: Mein selbstgenähtes Sari-Dirndl

Von der Suche nach einem Dirndl-Nähkurs in München habe ich schon berichtet. Gesucht, gefunden, aber damit ging die richtige Suche erst los: die nach dem perfekten Stoff. Wenn ich mir schon ein Dirndl selber näh, dann brauch ich keinen Trachtenstoff aus dem Dirndl-Shop Hintertupfing nehmen. Es sollte bitteschön ein besonderer, außergewöhnlicher, einmaliger und natürlich wunderschöner Stoff sein.

Fündig geworden bin ich dann in London (beim Stoff-Shopping in London hab ich so viele tolle Stoffe gefunden, dass mir der Bericht einen eigenen Post wert war). Das ist der Stoff, aus dem ich mein Dirndl nähen wollte, ein britisch-indischer Sari:

Die Saris in dem Shop in der Brick Lane, in dem ich fündig geworden bin, waren alle 5 Meter lang und 1,20 Meter breit. Das ist mehr als genug für ein Dirndl und mit 35 Pfund bin ich trotzdem wesentlich billiger davon gekommen als mit jedem regulären Stoff. Die Stoffe sind auch immer gleich aufgebaut. Sie haben auf beiden Seiten eine fortlaufende Zierborte, die man hier rechts und links sieht und am Ende ca. 1 Meter Stoff, der komplett verziert und verschörkelt ist. In diesem Fall ist die Zierborte und der letzte Meter mit eingewebtem Goldfaden verziert, der restliche Stoff ist einfarbig blau.

Beim Zuschneiden des Stoffes (mit Hilfe eines Schnittmusters aus der Dirndl Revue) galt es jetzt, die goldenen Details möglichst schön zur Geltung zu bringen. Ich habe mich entschieden, das reich verzierte Endstück des Saris für die Schürze aufzuheben und die Goldborten an der Vorderseite des Mieders und am unteren Rand des Rocks zu verwenden. Das zugeschnittene Mieder sah dann so aus:

Die Goldborten überlappen beim fertigen Dirndl (siehe unten) und bilden die Knopfleiste. War übrigens gar nicht so leicht, die richtigen Knöpfe dafür zu finden. Gold ist nämlich nicht gleich Gold, was man erst merkt, wenn man vor 100 Kisten mit Dirndlknöpfen steht, die irgendwie alle nicht so ganz den richtigen Ton haben.

Da der Stoff so großzügig bemessen war, konnte ich das Mieder gleich doppelt nähen und mit Vlies verstärken. Das Mieder hat auch eindeutig die meiste Zeit verschlungen, danach ging es eigentlich ganz schnell: Länge des Rocks bestimmen, in Falten legen, Größe und Länge der Schürze bestimmen, einreihen… und schon ist es fertig. Ich zähl mal lieber nicht die Stunden nach, die ich in dieses Sari-Dirndl investiert habe, aber gelohnt hat es sich auf jeden Fall. Nun bestaune, lieber Leser, wie die Schneiderin stolz ihr Werk präsentiert:


    3 Kommentare zu “Fesch samma: Mein selbstgenähtes Sari-Dirndl

    1. Anke aus Bremen

      Hier im hohen Norden hat man nicht so viele Vergleichsmöglichkeiten aber spontan: wunder-,wunderschön und eindeutig das extravaganteste Dirndl der Welt!

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